Badenstedter-Sport-Club e.V.
Badenstedter-Sport-Club e.V. 

Schiedsrichter

Auf den folgenden Seiten stellen wir unser Team an Schiedsrichtern vor.
Außerdem findest du Infos zu deinen Möglichkeiten, selbst als Schiedsrichter aktiv zu werden.

Über besondere Ereignisse unser Schiedsrichter sowie anstehende Lehrgänge halten wir dich hier auf dem Laufenden:

ANWÄRTERLEHRGANG

 

Der nächste Schiedsrichter-Lehrgang im NFV Kreis Region Hannover findet vom 22.01.2019 bis 01.02.2019 statt. In 8 Einheiten zu je 2 ½ Stunden, lernen die Teilnehmer die Fußballregeln kennen und nehmen danach an der Abschlussprüfung teil.

 

Jegliche Fragen kann unser Schiedsrichter-Obmann, Jan Tschirschwitz, beantworten.

jan.tschirschwitz@htp-tel.de

SEBASTIAN PFEIFT WM

 

Unser Oberliga-Schiedsrichter, Sebastian Otto, hatte vom 23. bis 29. September die Ehre an der Kleinfeldfußball-Weltmeisterschaft teilzunehmen.

Wie er die Tage in Lissabon erlebte, beschreibt er wie folgt:

 

 Zusammen mit einem Kollegen aus Hamburg machte ich mich am Tag vor dem Turnier auf den Weg. Ein bisschen aufgeregt waren wir natürlich. Denn die anderen Schiedsrichter, mit denen wir die Spiele leiten würden, kannten wir zu einem großen Teil noch nicht. Außerdem war es für jeden von uns Neuland, Entscheidungen vor den Augen von TV-Zuschauern rund um den Globus zu treffen.

 

Als wir ein paar Stunden später in unserer Unterkunft eintrafen, lernten wir zunächst die anderen Mitglieder des „33. Teams“ kennen. Nach ein paar allgemeinen Infos zum Turnier und dem Regelwerk ging es dann gemeinsam zum Praça do Comércio. Dieser (riesige!) Marktplatz liegt mitten im Herzen von Lissabon und sollte für die kommenden sieben Tage der Spielort sein. Direkt an der Promenade gelegen, erwartete uns dort ein extra für dieses Turnier erbautes Fußballstadion. Platz hatten dort bis zu 3000 Kleinfeldfußball-Fans.

 

Aber Moment. Was ist ‚Kleinfeldfußball’ denn eigentlich genau? Wie der Name schon sagt, ist das Spielfeld deutlich kleiner als in der herkömmlichen Variante. Die Maße betragen nur 48m x 28m. Dementsprechend spielen statt 11 gegen 11 in jedem Team auch nur 6 Spieler. Insgesamt ist das Spiel deutlich schneller. Der Reiz daran: Langes Mittelfeldgeplänkel gibt es nicht. Stattdessen sind während der 40 Spielminuten Torchancen im Minutentakt garantiert.

 

In Deutschland rekrutiert sich die Nationalmannschaft vor allem aus den Universitätsligen, die ebenfalls auf Kleinfeldern spielen. Das zeigt schon: Spielberechtigt sind nur Amateurspieler. Die Idee ist, dass auch diejenigen, die nicht mit dem Fußball ihr Geld verdienen, die Chance haben sollen, für ihr Land aufzulaufen. Das bringt es natürlich mit sich, dass die Unterschiede im Niveau zum Teil erheblich sind. Und auch der Aufwand, der im Vorfeld des Turniers betrieben wurde, variierte beträchtlich. Während einige Teams finanziell bedingt nur mit einem sehr kleinen Kader angereist sind, hatten andere eigene Physiotherapeuten oder einen Koch dabei. Wir Schiedsrichter hatten zwar keinen eigenen Koch, haben vom Veranstalter aber neben der Unterkunft, den Reisekosten und einer Aufwandsentschädigung täglich Verpflegung am Stadion bekommen. Das war allerdings auch die einzige Lösung, einen reibungslosen Turnierablauf zu gewährleisten. Denn gespielt wurde meist von 12:00 bis 22:00 im Stundentakt. Und jeder von uns hatte ca. 3 Einsätze pro Tag.
 

Aus vielen tollen Spielen sind mir zwei Begegnungen besonders in Erinnerung geblieben. Zum einen die Partie zwischen Lettland und Bulgarien. In dieser Achtelfinalpaarung war schnell klar, dass die Bulgaren den Rahmen des Erlaubten deutlich weiter interpretierten als wir Schiedsrichter. Mithin waren vier Gelbe Karten und ein Trainerverweis unvermeidbar. Pikant dabei: Jede Verwarnung zieht eine 2-Minuten Zeitstrafe nach sich. Durch dieses Instrument war es - bis auf wenige Ausnahmen - ein sehr faires Turnier.

 

Zum anderen denke ich an das Viertelfinale zwischen Russland und Griechenland. Da es nach regulärer Spielzeit 1:1 stand, musste eine Entscheidung durch Penalty-Schießen her. Dabei läuft der Angreifer von der Mittellinie los und versucht, das Leder am Torwart vorbei ins Tor zu schieben. Um es noch spannender zu machen, hat der Angreifer dafür nur 10 Sekunden Zeit. Anschließend wird abgepfiffen und die Situation als ‚kein Tor‘ gewertet. Nachdem von jedem Team die drei nominierten Spieler geschossen hatten, war noch immer kein Sieger gefunden. Also ging es weiter... Nach insgesamt acht (!) Schützen pro Team stand schließlich fest: Russland hatte den Einzug ins Halbfinale perfekt gemacht.

 

Da es auch die deutsche Mannschaft in die Runde der besten Vier geschafft hatte, war nun klar, dass ich für das Halbfinale und das Endspiel nicht mehr berücksichtigt werden konnte. Das war aber nicht schlimm, denn so ergab sich die Gelegenheit, im Finale einem meiner Idole aus nächster Nähe über die Schulter zu schauen: Mark Clattenburg. Der Brite wurde 2016 zum besten Schiedsrichter der Welt gewählt. Und nun pfiff er in Lissabon bei demselben Turnier wie ich. Das hätte ich mir vor 11 Jahren, als ich den Schiedsrichterlehrgang absolvierte, um mein Taschengeld aufzubessern, natürlich nicht träumen lassen.

 

Ehe ich mich versah, war dann auch schon wieder Schluss. Nach einem Streifzug durch die lokale Kneipenlandschaft (das Barviertel „Bairro Alto“ sei jedem Touristen ans Herz gelegt!) sind wir erschöpft, aber mit einem Rucksack voller neuer Eindrücke wieder gen Heimat geflogen. Obrigado, Lissabon!

 

Für mich bleibt die Erkenntnis, dass der Zusammenhalt unter Sportlern und insbesondere Schiedsrichtern ein ganz besonderer ist. Egal ob man mit Menschen aus Hannover, Niedersachsen oder Europa zusammenkommt: Die Liebe für den Fußball und die vielfältigen Erlebnisse auf dem Sportplatz schweißen einfach zusammen. Übrigens: Auch wenn Jogis Jungs aktuell schwächeln, ist der deutsche Fußball noch nicht verloren. Immerhin sind wir seit einigen Wochen Weltmeister im Kleinfeldfußball ;-)

 

Sebastian

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Badenstedter-Sport-Club e.V.